Bedenken zum Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG)

– Bote vom Untersee und Rhein, 24.05.2016

Zur Eidgenössischen Abstimmung am 5. Juni

Das Schwierige an neuen Gesetzen finden wir immer, dass wohl niemand wirklich sehen kann wie die Nebenwirkungen sein werden. Und genau das scheint uns beim Umgang mit Embrionen, welche im Reagenzglas gezeut wurden und speziell vor dem Einsetzen in die Gebärmutter genetisch untersucht wurden (PID) ein grosses Fragezeichen zu sein. Was hat es für Auswirkungen auf die Psyche eines Kindes, das im sterilen Labor gezeugt worden ist? Welche Auswirkung hat das auf die Gesundheit? Man hat ja laut Bundesrat seit 20 Jahren Erfahrung. Das heisst, da sind auch Studien im Gange zu diesen Themen. Und genau da warnen manche Forscher auch von gesundheitlich erhöhten Risiken wie zum Beispiel erhöhtes Risiko an Krebs im Kindesalter zu erkranken. Eine künstliche Befruchtung bringt einiges an körperlichem und psychischem Stress mit sich. Ganz zu schweigen vom hohen finanziellen Aufwand. Dass man mit der PID diese Frauen/Paare vor einer Abtreibung bewahren will, für den Fall, das die genetischen Untersuchungen in der Schwangerschaft negativ sind, können wir verstehen. Was dabei nicht so sehr beachtet wird, ist dass es sich beim Abzutreibenden, sowie beim für nicht gut entwicklungsfähig eingestuften «Zellklumpen» im Reagenzglas beide Male um ein lebendes menschliches «Ding» genannt; Embrio handelt. Dieses verliert in beiden Fällen sein Leben. Und dann kommen noch die Überzähligen dazu, die vernichtet oder eingefrohren werden. (Nach spätestens 10 Jahren müssen die eingefrorenen Embrionen vernichtet oder für die Stammzellenforschung zur Verfügung gestellt werden.) Im Klartext heisst das, dass die Medizin, die Forschung und die Eltern mit Kinderwunsch für die Erzeugung eines Babys bewusst oder unbewusst über Leichen gehen. Und wir sind als Volk bei gesetzlicher Zustimmung mitverantwortlich. Die PID ist seit einem Jahr zugelassen, aber das Ausmass soll per Gesetz klarere, restriktivere Grenzen bekommt, als jetzt im FMedG vorgesehen ist. Darum Nein zum FMedG am 5. Juni.

Marlis und Stefan Wanner, Steckborn