Nein zur Vernichtung von Embryonen

– Die Botschaft, 25.05.2016

Die Bedingungen für die künstliche Befruchtung sollen mit der Abstimmung vom 5. Juni erheblich erleichtert und die
bisher verbotene Präimplantationsdiagnostik (PID) eingeführt werden. Dabei geht es um die Untersuchung und die
Ausscheidung der im Reagenzglas befruchteten Embryonen. Neu soll dies nicht nur für Paare mit schweren Erbkrankheiten
möglich sein, sondern auch für alle übrigen kinderlosen Ehepaare.

Laut Bundesamt für Statistik haben sich im Jahr 2014 6269 Paare einer Invitro-Fertilisation unterzogen. Bisher durften pro Behandlung drei, neu bis zu zwölf Embryonen gezeugt werden. Bis ein Kind zur Welt kommt, braucht es mehrere Behandlungen, womit eine Menge Embryonen ins Leben gerufen
werden. Aber für eine Schwangerschaft wird nur ein Embryo benötigt und demzufolge wird nur ein einziger überleben.
Alle anderen werden eingefroren, durch die Forschung verbraucht oder später entsorgt. Zehn- wenn nicht hunderttausende
Embryonen werden damit überzählig und sind damit zwangsläufig dem Tod geweiht. Dabei handelt es sich nicht um tote Materie, sondern um menschliches Leben. Zudem würden Menschen mit einer möglichen Behinderung im Sinne eines vermeidbaren Risikos erkannt und ausgemerzt. Irgendwann werden dann auch die Sozialversicherungen und Krankenkassen Vorbehalte oder Leistungsverweigerungen aussprechen, falls die Eltern eine PID nicht durchführen oder sich für ein Kind mit Behinderung
oder Erbkrankheit entscheiden. Dies könnte Eltern enorm unter Druck setzen.

Selektionskriterien mit dem Ziel, nur perfekte Menschen zu produzieren und minderwertige und überzählige ungeborene Kinder zu töten, sind abzulehnen.
Martin Bühlmann, Fisibach