Gegen die Entsolidarisierung

– St. Galler Tagblatt. 30.05.2016

Wenn ein Politiker wie Alain Berset im Zusammenhang mit dem neuen Fortpflanzungsmedizingesetz
auf ethische Fragen ausweichende Antworten gibt, so deshalb, weil er weiss, dass er sich sonst angreifbar macht. Der Hinweis auf seine Aktivitäten zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung kann bestenfalls als moralisches Feigenblatt bezeichnet werden, handelt es sich doch hierbei lediglich um die Überlebenden einer Haltung, die bereit ist, Menschen mit Krankheiten und
Behinderung als «selektionswürdig» zu betrachten. Mit der Präimplantationsdiagnostik (PID) erreicht diese Haltung eine neue Dimension. Albert Schweitzer hat einmal gesagt: «Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.» Die PID steht exemplarisch für das Gegenteil. Der Entsolidarisierung am Anfang des Lebens folgt angesichts der demographischen
Entwicklung – so sicher wie das Amen in der Kirche – die Entsolidarisierung am Ende des Lebens. Wenn wir uns eine lebenswerte, solidarische Zukunft vorstellen, die nicht von der Angst bestimmt ist, dass «Recht» sein wird, was den Interessen der Stärkeren dient, kann es am 5. Juni nur ein Nein zum neuen Fortpflanzungsmedizingesetz geben.

Alois Riegger
Eichbergstr. 25, 9453 Eichberg


Der Wahn vom perfekten Menschen

Jeder Mensch, ob geistig oder körperlich behindert, hat das Recht, geboren zu werden und einen Platz auf dieser Erde zu haben. Es sollte uns wieder bewusst werden, dass wir Geschöpfe Gottes sind und nicht in den Schöpfungsplan Gottes eingreifen dürfen. Es dürfen nicht massenweise überzählige Embryos erzeugt werden. Mit menschlichen Embryonen dürfen wir keinen Handel treiben.
Das ist eine schwere Sünde, weil es gegen das 5. Gebot Gottes verstösst. Papst Franziskus betonte, man müsse den Embryos rechtlichen Schutz gewähren und so jeden Menschen vom ersten Tag seines Daseins an schützen. Von der Empfängnis an bis zum natürlichen Tod. 2013 wurde vom Bundesrat erlaubt, dass jährlich 50 bis 100 Paare die künstliche Befruchtung in Anspruch nehmen können.
Jetzt gilt es bereits für 6000 Paare und mehr. Stoppen wir diesen Wahnsinn und stimmen wir Nein zur PID.

Berti Limoncelli
Schützengütli 13, 9220 Bischofszell